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Streugut im Vergleich: Salz, Sole, Splitt und Sand

02. August 2026

Streugut ist im Winterdienst der größte laufende Materialposten und zugleich der Punkt, an dem Satzungen mitreden. Die Auswahl folgt deshalb nicht dem Preis pro Sack, sondern zwei Fragen: Was ist auf dieser Fläche erlaubt, und was soll das Mittel bewirken?

Zwei Familien, zwei Wirkungen

Alles, was gestreut wird, gehört in eine von zwei Gruppen.

Auftauende Mittel (Streusalz und Sole) senken den Gefrierpunkt. Sie lösen die Eisschicht auf und verhindern, dass sich neue bildet. Sie machen die Fläche wirklich frei, wirken aber auf Boden, Bepflanzung, Gewässer und Metall.

Abstumpfende Mittel (Splitt, Sand, Blähton) tauen nichts auf. Sie legen sich auf die Eisschicht und machen sie griffig. Sie wirken bei jeder Temperatur, verändern die Fläche chemisch nicht und müssen nach dem Winter wieder aufgenommen werden.

Diese Unterscheidung ist nicht nur fachlich, sie ist die Sprache der Satzungen. Wenn dort steht, auftauende Mittel seien untersagt, sind Salz und Sole gemeint, und zwar beide.

Streusalz

Salz ist das wirksamste Mittel gegen eine geschlossene Eisdecke und deshalb auf Fahrbahnen, Parkplätzen und Zufahrten verbreitet. Zwei Einschränkungen gehören dazu: Bei sehr tiefen Temperaturen lässt die Wirkung nach, und trockenes Salz wird von Wind und Verkehr von der Fläche getragen, bevor es wirken kann. Auf Gehwegen ist es in vielen Kommunen verboten.

Sole

Sole ist Streusalz in gelöster Form. Sie haftet besser als trockenes Streugut, weil sie nicht verweht wird, und sie lässt sich vorbeugend ausbringen, bis zu 24 Stunden bevor Glätte entsteht. Das ist der eigentliche Gewinn: Die Fläche wird am Tag vorbereitet, statt nachts reaktiv angefahren zu werden.

Wichtig und im Markt oft falsch dargestellt: Sole ist chemisch eine Natriumchlorid-Lösung und umgeht kein Streusalzverbot. Kommunale Satzungen untersagen auftauende Mittel in fester und in flüssiger Form. Wo Salz verboten ist, bleiben abstumpfende Mittel Pflicht. Sole ist die bessere Salzform, kein Ersatz für Splitt.

Splitt

Splitt ist das Standardmittel dort, wo Salz untersagt ist. Er wirkt sofort und unabhängig von der Temperatur, aber nur, solange er liegt. Auf stark begangenen Wegen wird er verdrängt, und dann muss nachgestreut werden. Vor dem Streuen muss der Schnee weg, sonst liegt der Splitt auf einer Schicht, die später ohnehin geräumt wird. Nach dem Winter gehört er wieder aufgenommen, was Arbeitszeit kostet und in die Kalkulation gehört.

Sand

Sand wirkt wie Splitt, mit feinerem Korn. Er greift auf glatten, festen Flächen weniger stark als kantiger Splitt, staubt bei Trockenheit und wird leichter verweht. Als Vorteil bleibt, dass er auf empfindlichen Belägen keine Kratzspuren hinterlässt.

Blähton

Blähton ist ein gebrannter, poröser Ton und deutlich leichter als Splitt. Das macht ihn dort interessant, wo Gewicht und Zuladung zählen, und er verhakt sich gut in der Schneedecke. Er ist teurer als Splitt und wird eher auf kleineren, empfindlichen Flächen eingesetzt. Nicht jeder Streuer bringt ihn aus, das ist eine Frage des Modells.

Was auf welche Fläche gehört

FlächeIn der PraxisWas zu prüfen ist
Gehwegabstumpfende Mittel, meist SplittIn vielen Kommunen sind auftauende Mittel hier untersagt
Parkplatz, Zufahrt, BetriebsgeländeSalz oder SoleMeist erlaubt, Sole erlaubt vorbeugendes Streuen
Treppen und enge Bereicheje nach Satzung Splitt oder SoleSolestreuer gibt es auch als Akku-Handgerät
Empfindliche Beläge und Grünflächennäheabstumpfende MittelSalz wirkt auf Bepflanzung und Boden

Maßgeblich bleibt in jeder Zeile die Satzung der Kommune, in der die Fläche liegt.

Wie viel Streugut eine Fläche braucht

Die Frage entscheidet, wie oft nachgefüllt wird, und damit über die Zeit je Objekt. Die Werte der Streuer, die Rontex verbaut:

StreuerFassungsvermögenFläche je Befüllung
Lehner Polaro 70 E70 lrund 4.500 m²
Lehner Polaro 110 E110 lrund 6.000 m²
Lehner Polaro M220 lrund 14.500 m²
Lehner Polaro L380 lrund 25.000 m²
Lehner Polaro XL550 lrund 36.000 m²

Die Streubreite ist bei allen Modellen stufenlos von 0,8 m bis 6 m einstellbar und lässt sich während der Fahrt am Bedienteil ändern, ebenso die Streumenge. Der Polaro 110 E dosiert zusätzlich geschwindigkeitsabhängig per GPS, sodass bei langsamer Fahrt nicht mehr Material auf die Fläche geht.

Für Sole gibt es die Technik von SALEE, mit Behältergrößen vom Kleinwagen mit 210 Litern über Transporter mit 500 Litern bis zum Pick-up mit 1.000 Litern. Wer die Sole selbst ansetzen will, nutzt eine Solemischanlage mit 350 oder 700 Litern Tankinhalt.

Lagerung

Streugut, das feucht wird, verklumpt und blockiert den Streuer. Bei Salz kommt hinzu, dass es an der Lagerstelle Schaden anrichtet, wenn es ausläuft. Wer im Winter keine Zeit für Nachfüllstopps hat, braucht ein Depot in der Nähe der Objekte. Rontex vermietet dafür die EcoBox 10, einen Überladecontainer mit rund 7 m³ Fassungsvermögen und Hochförderschnecke, die das Fahrzeug direkt befüllt. Sie ist ausschließlich zur Miete erhältlich.

Ein Fahrzeug, alle Streumittel

Wer Objekte in mehreren Kommunen betreut, braucht beides: abstumpfende Mittel dort, wo Salz verboten ist, und Salz oder Sole dort, wo es erlaubt ist. Die Trockenstreuer von Lehner bringen Salz, Splitt und Sand aus, je nach Modell auch Blähton, die Solestreuer von SALEE die flüssige Variante. Damit bedient ein Fahrzeug jede Satzungslage. Eine Übersicht steht unter Streutechnik und Soletechnik.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen abstumpfenden und auftauenden Streumitteln?

Auftauende Mittel wie Streusalz und Sole senken den Gefrierpunkt und lösen die Eisschicht. Abstumpfende Mittel wie Splitt, Sand und Blähton tauen nichts auf, sie legen sich auf die Fläche und machen sie griffig. Kommunale Satzungen benutzen genau diese Unterscheidung.

Welches Streugut darf ich auf Gehwegen verwenden?

In den meisten Kommunen abstumpfende Mittel wie Splitt oder Sand, weil auftauende Mittel dort untersagt sind. Maßgeblich ist die Satzung der jeweiligen Kommune.

Ist Sole eine Alternative, wenn Salz verboten ist?

Nein. Sole ist chemisch Streusalz in gelöster Form und fällt unter dasselbe Verbot. Ihr Vorteil liegt dort, wo Salz erlaubt ist: Sie haftet besser und lässt sich bis zu 24 Stunden vor Glättebeginn vorbeugend ausbringen.

Wie viel Fläche schafft eine Streuerfüllung?

Das hängt vom Streuer ab. Ein Kompaktstreuer mit 70 Litern deckt rund 4.500 m² ab, ein Streuer mit 220 Litern rund 14.500 m², mit 380 Litern rund 25.000 m² und mit 550 Litern rund 36.000 m².

Muss ich Splitt nach dem Winter wieder aufnehmen?

Splitt bleibt liegen und wird nach dem Winter zusammengekehrt. Diese Arbeit gehört in die Kalkulation. Mit einem Kehrbesen am Winterdienstfahrzeug erledigt dasselbe Fahrzeug auch diesen Schritt.

Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung. Welche Streumittel auf einer Fläche zulässig sind, steht in der Satzung der zuständigen Kommune.